Konzentrationsstörungen – AD(H)S und Omega-3

Wieder neigt sich ein Schulhalbjahr bzw. Schuljahr dem Ende entgegen. Du freust dich, weil die langersehnten Ferien nahen. Deine Eltern freuen sich, weil du es vielleicht in diesem Halbjahr gerade noch einmal geschafft hast und mit einem blauen Auge davongekommen bist und hoffen, dass du im nächsten Jahr besser wirst. Nur wissen oder ignorieren leider viele, dass du deine schulischen Leistungen und vor allem das Verhalten mit hochwertigen Nährstoffen beeinflussen könntest. Besonders gilt dieses bei Diagnose AD(H)S = AufmerksamkeitsDefizit(Hyperaktivitäts)Syndrom, aber dieses gilt auch für Kinder und Jugendliche, die „nur“ unkonzentriert sind oder ein schlechtes Gedächtnis haben.

Omega-3-Fettsäuren

Nun stellst du dir sicher die Frage: Kann mir Omega-3 helfen? Die guten Omega-3-Fettsäuren kommen leider nur in wenigen Pflanzenölen wie zum Beispiel dem Lein- oder Rapsoil vor – sowie in tierische und pflanzliche Produkte aus dem Meer wie Kaltwasser-Fischen, Krill und bestimmten Algen ­. Mal davon abgesehen, dass du wahrscheinlich wie die meisten nur gelegentlich ein paar Fischstäbchen isst,  wirst du in der Regel nicht gerade durch einen großen Konsum dieser für dein Nervensystem wichtigen Fette zu dir nehmen. Dabei wären aber genau diese für deine Entwicklung des Nervensystems so wichtig. Deine Gehirnzellen bestehen in etwa zur Hälfte aus Fetten. Hier liegt der Omega-6:3-Quotient bei diesen Fetten 1:1. Das bedeutet: In deinem Nervensystem befindet sich genauso viele Omega-3- wie Omega-6-Fettsäuren. In unserer Ernährung liegt dieser Quotient bei den Inuiten die sich noch traditionell ernähren bei einem Omega &:3 Verhältnis von 1:1, bei mediterraner Ernährung – hier ebenfalls traditionell, also bis in die frühen 60er-Jahre bei 2-3:1, bei „normaler“ mitteleuropäischer Kost mit etwa einer Fischmahlzeit pro Woche bei ca. 15:1, bei Kindern und Jugendlichen jedoch bei katastrophalen 15-25:1. Ich habe selber schon Messergebnisse gehabt von 60:1 bei Jugendlichen. Wenn nun aber deine Ernährung kaum noch Omega-3 enthält, wie willst du dann aber dein Gehirn gut damit versorgen? Kinder und Jugendliche in der Entwicklung mit einer besonders schlechten Versorgung dieser essentiellen Fettsäure müssten danach auch schlechtere geistige Leistungen, vielleicht sogar Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Logisch? Somit müsste doch auch eine Zufuhr dieser so für dich wichtigen Fettsäure Verbesserungen in diesen Bereichen zur Folge haben. Nun sind dieses erst einmal spekulative und theoretische Behauptungen oder wird dies durch harte wissenschaftliche Belege untermauert?

Kognitive Leistungsfähigkeit

2253 Jungen und 2309 Mädchen zwischen 6 und 16 Jahren aus der NHANES-III-Studie wurden verschiedenen kognitiven Tests unterzogen. Je höher die Omega-3-Zufuhr aus der Nahrung war, desto besser schnitten diese Kinder in der Studie ab. Je höher die Omega-6-Zufuhr in der Nahrung war, umso schlechter schnitten die Kinder ab. Interessanterweise waren diese Effekte bei den Mädchen etwa doppelt so stark wie bei den Jungen ausgeprägt (1).

Schlauer dank Omega-3?

Merkfähigkeit

95 ADHS-Kinder zwischen 6 und 12 Jahren nahmen an einer 16-wöchigen Studie teil. Hier sollten Lehrer und Eltern beurteilten wie das Verhalten der Kinder mittels Fragebögen und Beurteilungsskalen sich verhielten. Die Kinder mussten darüber hinaus verschiedene Leistungstests durchführen. Weiter wurden die die verschiedenen Fettsäuren in den Erythrozytenmembranen gemessen. Dabei fanden die Wissenschaftler heraus, dass eine deutliche Verbesserung der Merkfähigkeit unter Omega-3 Einnahme vorlag. Somit konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Anstieg von EPA und DHA und der Verbesserung der Merkfähigkeit bewiesen werden. Hingegen zeigte sich in der Kontrollgruppe ein negativer Zusammenhang zwischen Arachidonsäurespiegel und der Merkfähigkeit. Je stärker die Omega-3-Fettsäuren anstiegen oder je stärker die Omega-6-Fettsäuren absanken, umso mehr verbesserte sich dann auch die Gedächtnisleistung der Probanden (2).

Konzentration

In einer weiteren Studie an Gesunde junge Erwachsene erhielten diese 750 mg DHA und 930 mg EPA. Es kam in dem halben Jahr zu einem Anstieg der Konzentrationen von DHA und EPA in den Erythrozytenmembranen. Es kam also unter der Supplementation von diesen Fettsäuren zu einer deutlichen Verbesserung im Gedächtnistest. Die Verbesserung fiel umso stärker aus, je besser das DHA, nicht jedoch das EPA anstieg.

Die Spiegel von DHA und EPA steigen über den ganzen Versuchszeitraum von 6 Monaten an, zunächst stärker, aber die Spiegel waren auch nach den 6 Monaten noch einmal ein gutes Stück über denen nach 3 Monaten angestiegen.

Nur bei hohem DHA-, nicht aber bei EPA kommt es zu guten Testergebnissen in den durchgeführten kognitiven Tests (3).

Konzentrierte und motivierte Kinder – der Traum von Eltern und Lehrern

Soziales Verhalten

Nährstoffdefizite haben sich ebenfalls wie wir heute wissen als Mitverursacher von anti-sozialem Verhalten bei Jugendlichen erwiesen. Um dieses immer häufiger auffallende Verhalten zu korrigieren, solltest du über eine hochwertige Supplementierung nachdenken um dich positiv auf diese Art von Verhaltensstörung zu wirken. Die Autoren der Studie führten eine 12wöchige, randomisierte, placebokontrollierte Studie mit einer Supplementierung mit Vitaminen, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren durch. Insgesamt wurden 196 englische Jugendliche im Alter von 13-16 Jahren eingeschlossen. Veränderungen des Nährstoffspiegel wurde mit Verhaltensänderungen verglichen, wobei hier zusätzlich ein Lehrerfragebogen sowie disziplinarische Schulaufzeichnungen zugrunde gelegt wurden. Die Schüler mit der Nährstoffgabe erzielten eine Verbesserung ihres Sozialverhaltens, während sich in der Placebogruppe diesbezüglich sogar verschlechterte nachweisen ließen. Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war statistisch signifikant (4).

AD(H)S Symptome

Blutproben sowie neuropsychiatrische Parameter von Kindern mit ADHS, ADS und einer Kontrollgruppe wurden hier untersucht. Die getesteten Kinder mit ADS/ADHS hatten hochsignifikant niedrigere Spiegel bei den Fettsäuren DHA und EPA sowie einen erhöhten AA/EPA-Quotienten. Der ATBRS-Score (Australian Twin Behaviour Rating Scale) korrelierte hier negativ mit den Fettsäuren EPA, DHA und positiv mit dem Omega-6:3-Quotienten. Dieses bedeutet also, je besser die Versorgung mit den essentiellen Fettsäuren EPA und DHA war, umso weniger war das Verhalten gestört. Beim TOVA-Score (Test of Variable Attention) fanden sich sogar noch stärkere positive Korrelationen. Die positiven Werte waren in diesem Score sogar deutlich besser. Mit ganz verschiedenen neuropsychiatrischen Messinstrumenten fanden die Autoren also ein konsistentes Bild bei Kindern mit ADS, ADHS und Gesunden. Die Autoren kamen abschließend in Ihrer Arbeit zu dem Ergebnis, je besser die Versorgung also mit EPA, noch deutlicher mit DHA ist, umso weniger Symptome von AD(H)S sind zu beobachten (5).

Omega-3 statt Ritalin

In einer 6-monatigen Therapie mit 6-12-jährige Kinder mit ADHS, die mit Ritalin und Verhaltenstherapie bezüglich ihrem Lernverhalten und sozialen Kompetenzen nicht auf die Behandlung ansprachen, erhielten Omega-3 oder ein Placebo. Die Forscher hatten also wirklich die schwer therapierbaren ADHS-Kinder ausgewählt. Nach drei Monaten gab es noch keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen der Omega-3 und der Placebo Gruppe! Funktioniert Omega-3 nun doch nicht? Erst nach sechs Monaten gab es hier signifikante Unterschiede bezüglich Unaufmerksamkeit sowie Impulsivität. Es gab sogar hochsignifikante Unterschiede in Bezug auf Ruhelosigkeit, Aggressivität und Arbeitsverhalten. Die Ausprägungen lagen hier um bis zu 1,4 nach den sechs Monaten. Es ist also sehr wichtig, lange genug, noch besser Dauerhaft Omega-3 zu supplementieren (6).

Fazit

All diese Fakten beweisen sehr deutlich, dass du zur Verbesserung oder zum Erhalt deiner geistigen und kognitiven Fähigkeiten sowie Sozialverhaltenimmer gut mit Omega-3-Fettsäuren ausgestattet sein sollten. Dieses bedarf mehrerer Portionen fetten Kaltwasserfisches und hier sind nun keine Fischstäbchen pro Woche gemeint, um präventiv eine gute Versorgung anzustreben – noch besser ein hochwertiges Omega-3 Oil welches durch Polyphenole wie zum Beispiel dem Balance Oil von Zinzino geschützt sind und nicht den oft sehr günstig angebotenen Oilen die nur mit Vitamin E haltbar gemacht wurden. In der Therapie von bereits vorhandener Unaufmerksamkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen oder gar AD(H)S wird du um eine Supplementierung mit Oil nicht herumkommen.

Nach meinen Erfahrungen benötigen Kinder ein Esslöffel und Jugendliche beziehungsweise Erwachsene zwei Esslöffel reine Omega-3-Fettsäuren um gute Spiegel im Blut zu erreichen. Das entspricht oder ca. 10 herkömmlichen Fischölkapseln.

Wie wichtig ist die Qualität von Omega-3? 

Wie wichtig ist nun aber die Qualität des verwendeten Fischöls in der Therapie? 52 Frauen erhielten entweder Kapseln mit gering oxidiertem Fischöl oder mit hoch oxidiertem Fischöl (beides wurde haltbar gemacht durch Vitamin E). Nach 4 Wochen kam es in der Gruppe mit dem niedrig oxidierten Fischöl zu einer leichten Senkung des Cholesterins, während es in der Gruppe mit dem hoch oxidierten Fischöl sogar anstieg. Die Autoren folgern daraus, dass die Qualität des verwendeten Fischöls der Schlüsselfaktor für die Beeinflussung des Lipidprofils darstellt (7).

Die Oxidation des Fischöls kann mit aufwändigen Testverfahren objektiv gemessen werden. Jeder kann es aber selbst subjektiv herausfinden – und zwar ganz einfach mit einem olfaktorischen und gustatorischen Test. Mit anderen Worten: Riecht das Fischöl nach Fisch und schmeckt es nach Fisch? Beim flüssigen Öl merkt man es sofort. Bei der Kapsel, in der das Öl eingeschlossen ist, ist dies eher schwierig – aus diesem Grund bieten die meisten Hersteller auch die Kapselform an. Jedem der die günstig angebotenen Kapseln wählt rate ich daher die Kapsel einmal aufzuschneiden oder noch besser diese zu zerkauen. Je fischiger und traniger der Inhalt schmeckt, desto oxidierter, also ranziger ist das Öl. Selbst wenn es noch „gut“ riechen sollte, würde es spätestens im Blutkreislauf oxidieren das dafür meist verwendete Vitamin E nicht schützen würde.  Würdest du ranziges Olivenöl oder ranzige Butter verzehren wollen? Solche Fischölzubereitungen kosten dir nur Geld selbst wenn es meist billige Kapseln sind und sie schaden mehr als sie nutzen. Weg damit! In den Motor eines Autos würde ja auch keiner billiges (Alt)-Oil kippen, sondern achtet hier auf Qualität. Was ist nun ein gutes Oil und woran erkenne ich dieses? Ein qualitav hochwertiges Oil erkennst du daran, dass dieses durch Polyphenole geschützt wird. So ist es von der Natur auch vorgesehen. Was ist nun der Unterschied? Denn schließlich sind Vitamin E und Polyphenole gute Antioxidantien. Der Vorteil ist bei Vitamin E, dass es billig herzustellen ist nur eine geringe Menge benötigt wird. So kann der Hersteller es in Kapseln verarbeiten und der Kunde schmeckt es oft nicht, dass das Oil schon ranzig ist. Hingegen bei Verwendung von Polyphenolen, so wie es auch in der Natur vorgesehen ist, werden die empfindlichen Fettsäuren auch im Körper noch geschützt und können nur so die oben beschriebenen Resultate erzielen wie bei dem Balance Oil von Zinzino zum Beispiel. Dieses belegt das Unternehmen mit einem Trockenbluttest den jeder selbst durchführen kann. Nähere Infos oder zu Fragen kannst du mich gerne kontaktieren.

Haben nun bald alle AD(H)S?

Kennst du das DSM-5? Nein…? Es handelt es sich um ein Fachbuch der Psychiatrie. Seit 1952 legt die APA (American Psychiatric Association) fest, welche Symptome zu welchen psychischen Krankheiten gehören. Vor kurzem ist die mittlerweile schon die 5. Ausgabe des DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) erschienen. Vereinfacht gesagt erfährst du in diesem Buch, ob du noch ein psychischer Normalo bist oder schon richtig eine weg hast – ergo… ob deine  Störungen oder Beschwerden sich noch im Rahmen des Physiologischen bewegen oder ob es sich bereits um eine therapiebedürftige pathologische Störung handelt. Da das DSM maßgeblich auch die ICD-Regeln beeinflusst, die für Definitionen von Krankheiten verantwortlich ist, darfst du gespannt auf die nächste Neuauflage des ICD-Regelwerkes warten. Wenn die Schöpfer des DSM sich hier durchsetzen, dann ist hier bald praktisch niemand mehr geistig gesund.
besonders Kinder und Jugendliche werden zunehmend Krankheit auffälliger. Wenn du schon etwas älter bist, weißt du vielleicht noch von früher, dass es nur selten Fälle von Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom oder Hyperaktivität gab? Gut, es gab immer mal Kinder, die unruhiger und eben „auffälliger“ waren. Diese nannten Lehrer dann gerne „Zappelphilipp“ und vertraute darauf, dass dieses mit zunehmendem Alter besser wird oder auch nicht. Heute hingegen nur wenige Jahre später, wird aber bei jedem fünften Jungen (Mädchen sind hier seltener betroffen) die Diagnose ADS oder ADHS gestellt. Jeder zehnte erhält heutzutage sogar die „Droge“ Ritalin® was ein „hartes“ Psychopharmakon, welches sogar dem BTM (Betäubungsmittelgesetz) unterliegt.
Bisher mussten hierfür Symptome wie Konzentrationsstörungen oder andauernde Unruhe vor dem erreichen des siebten Lebensjahr aufgetreten sein, jetzt dürfen diese sogar bis zum zwölften Lebensjahr auftreten, um diese Diagnose zu stellen. Im übrigen gibt es noch keine Langzeitstudien, die Auskunft darüber geben, welchen Einfluss ein solche Medikamente auf Jugendliche hat.

Studiennachweise:

  1. Rajesh Narendran, William G. Frankle, Neale S. Mason, Matthew F. Muldoon, Bita Moghaddam: Improved Working Memory but No Effect on Striatal Vesicular Monoamine Transporter Type 2 after Omega-3 Polyunsaturated Fatty Acid. DOI: 10.1371/journal.pone.0046832 PLOS
  2. Tammam JD, Steinsaltz D, Bester DW, Semb-Andenaes T, Stein JF: A randomised double-blind placebo-controlled trial investigating the behavioural effects of vitamin, mineral and n-3 fatty acid supplementation in typically developing adolescent schoolchildren. Br J Nutr. 2016 Jan 28;115(2):361-73. doi: 10.1017/S0007114515004390. Epub 2015 Nov 17.
  3. Parletta N, Niyonsenga T, Duff J: Omega-3 and Omega-6 Polyunsaturated Fatty Acid Levels and Correlations with Symptoms in Children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder, Autistic Spectrum Disorder and Typically Developing Controls. PLoS One. 2016 May 27;11(5):e0156432. doi: 10.1371/journal.pone.0156432.
  4. Perera H, Jeewandara KC, Seneviratne S, Guruge C: Combined ω3 and ω6 supplementation in children with attention-deficit hyperactivity disorder (ADHD) refractory to methylphenidate treatment: a double-blind, placebo-controlled study. J Child Neurol. 2012 Jun;27(6):747-53. doi: 10.1177/0883073811435243.
  5. García-Hernández VM, Gallar M, Sánchez-Soriano J, Micol V, Roche E, García-García E: Effect of omega-3 dietary supplements with different oxidation levels in the lipidic profile of women: a randomized controlled trial. Int J Food Sci Nutr. 2013 Dec;64(8):993-1000. doi: 10.3109/09637486.2013.812619. Epub 2013 Jul 18.

Kommentar verfassen